Die St.-Antonius-Kirche zu Fleckenberg


St. Antonius Pfarrkirche in Fleckenberg im Schmallenberger Sauerland.
St. Antonius Pfarrkirche in Fleckenberg im Schmallenberger Sauerland.
St. Antonius Pfarrkirche in Fleckenberg im Schmallenberger Sauerland.

Baugeschichte

Die alte Kapelle in Niederfleckenberg, in der seit 1886 Gottesdienst gefeiert werden durfte, war für die anwachsende Zahl der Gemeindemitglieder um die Jahrhundertwende zu klein geworden. Aus diesem Grunde wurden spätestens seit 1904 Neubauplanungen eingeleitet. Am 17. Mai 1905 beschloss der Kirchenvorstand, dass der Kirchenbau nach den von dem Baumeister Franz Mündelein aus Paderborn am 22. November 1904 erstellten Plänen und Kostenvoranschlag sofort in Angriff genommen werden sollte. Am 12. Juli 1905 konnte der Pfarrer Hufnagel aus Oesdorf den Grundstein einsegnen.  Die Einweihung der Glocken wurde am 17. Januar vollzogen, und Dechant Lappe aus Dorlar benedizierte die Kirche am 24. März des gleichen Jahres.

Bauform

Die St.-Antonius-Kirche ist eine dreischiffe neuromanische Wandpfeilerkirche. Die 2 m tiefen Wandpfeiler werden durch Quertonnen verbunden und von schmalen, rundbogigen Öffnungen durchbrochen. Über den mittleren Raumteil spannen sich Kreuzgratgewölbe, deren Schub über Gurtbögen auf die Wandpfeiler abgetragen wird. Drei rechteckige Joche von jeweils 5,50 m Tiefe bilden das Langhaus, an das sich das nur 7,0 m tiefe Querhaus mit kurzen Armen schließt. Die Tiefe des Chorjoches reduziert Mündelein auf 4,50 m und fügt an dieses die Rundapsis, die er durch kurze Mauervorlagen gegenüber dem Chorjoch leicht einschnürt.

Franz Mündelein hat mehrere Wandpfeilerkirchen erbaut, z. B. in Nordborchen, Manrode, Scharmede und Herste. Er sah in ihnen die Möglichkeit, einen Kirchenraum zu gestalten, der durch seine tiefen Wandpfeiler eine erheblich größere Breite erhielt als einfache Saalkirchen. Damit konnte er für mittelgroße Landgemeinden ausreichend große Kirchenräume schaffen. Gleichzeitig gestaltete er mit den Wandpfeilern einen gegliederten Raum, ohne auf komplizierte Raumgebilde, wie eine Basilika oder eine Hallenkirche, zurückzugreifen. Seine Wandpfeilerkirchen heben sich wirkungsvoll von den einfachen, räumlich ungegliederten Saalkirchen ab.

Der Außenbau wird durch vier unterschiedliche Baukörper bestimmt: Turm, Langhaus, Querhaus und Apsis. Zwischen Querhaus und Turm spannt sich das schlichte, ungegliederte und kurze Langhaus, dessen einziger Schmuck das schöne Säulenportal im Westjoch ist. Der querrechteckige Baukörper des Turmes riegelt das Langhaus im Westen ab. Die Schmuckelemente seiner drei Geschosse nehmen von unten nach oben zu.

Auch der Querhausgiebel wurde schmuckreicher ausgeführt als die Planung es vorgesehen hatte. Unter dem mächtigen Achtpassfenster lockert eine die gesamte Querhausbreite überspannende dreifeldrige Rundbogennische das Mauerwerk auf, während ein steigender Rundbogenfries den Ortgang des Dreieckgiebels ziert. Querhaus und Chor bilden durch ihren größeren Schmuckreichtum eine Baugruppe, die ein Gegengewicht zu dem zwar weniger gegliederten, aber mächtigen Turmquader darstellt.

Mündelein hat die Rundapsis durch Lisenen und Rundbogenfriese gegliedert. In ihrer Form, aber auch durch die Farbgebung – sie wurde durch den später aufgetragenen Putz ermöglicht – heben sie sich wirkungsvoll von den Wandflächen ab. Durch die ebenfalls farblich abgesetzten Fenstergewände und Schmuckelemente des Querhauses sowie dessen Eckquaderung erhalten die Ostbaukörper eine malerische Wirkung, die sie von dem schlichten Langhaus und dem ernsten, hochgerichteten Turmblock absetzt. Die ursprünglich an der Nordseite der Apsis geplante Sakristei stört an der Südseite die Klarheit der Baukörper, erhöht aber den malerischen Eindruck dieser Baugruppe.